Susanne Reichelt | Diplom Kauffrau (FH)
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Der Begriff Kosten bedeutet:
Bei Kosten handelt es sich um betriebsbedingte Aufwendungen einer Abrechnungsperiode. Sie werden für die Leistungserstellung benötigt und entweder zu Istwerten oder in einer anderen zeitgerechten Bewertung verrechnet. Kosten sind also die bewerteten Mengen der für die Leistungserstellung verbrauchten Güter und in Anspruch genommenen Dienste. Kosten sind z.B. Materialverbrauch, Löhne und Wertminderung von Maschinen.
a) von den Ausgaben und
Solche Kosten sind von anderen Rechnungsgrößen abzugrenzen. Als aller erstes erfolgt nun die Abgrenzung der Kosten von den Ausgaben und Auszahlungen. Folgender unterschied gibt es zwischen Auszahlungen und Ausgaben: Bei Auszahlungen handelt es sich um reine Zahlungsvorgänge, Ausgaben sind dagegen erweitert um Kreditvorgänge
(Ausgaben= Auszahlungen + Forderungsabgänge + Schuldzugänge)
Der Begriff „Ausgabe“ hängt sehr eng zusammen mit dem Geld ausgeben. Das bedeutet: Das alle gezahlten Geldbeträge (z.B. Überweisungen, Barzahlungen usw.) eine Ausgabe darstellen. Kosten uns Ausgaben sind insofern übereinstimmend, als das der Großteil an Ausgaben aus dem Verbrauch der Sachen und menschlichen Leistungen im Betrieb resultiert. Ausgaben sind nicht automatisch Kosten, weil mit ihnen gleichzeitig Vermögenszugänge verbunden sein können so dass keine Veränderungen des Vermögens eintritt (man tauscht Geld gegen Ware) das ist sehr typisch für Investitionen. Höhere Ausgaben können als Investitionen Kosten senken oder auch geringere Kosten für die Erbringung der Leistungen längere Lebensdauer der Investitionsgüter oder auch die Wirtschaftlichkeit durch höhere Einnahmen verbessern. Ausgaben sind Mehrungen von Verbindlichkeiten oder Minderungen von Forderungen. Der Begriff Ausgaben steht für alle Zahlungsvorgänge und Kreditvorgänge, also alle Ausgänge von Geld. Dabei wird einerseits eine Aussage über die Liquidität getroffen und andererseits ermöglicht der Begriff Angaben über den Zweck der Ausgabe. Der Begriff Ausgaben deckt alle dabei baren und unbaren Zahlungsausgänge ab z.B. Schulden werden bezahlt. Die Ausgaben betreffen in erster Linie die Bilanz. Es gibt aber auch noch einige andere Arten von Ausgaben die nicht wirksam werden und auch umgekehrt.
a. Selbst erstellte Anlagen oder auch Güter werden im Betrieb benutzt. Diesen Kostengütern stehen zwar keine unmittelbaren Ausgaben gegenüber, aber mittelbar haben Eigenleistungen trotzdem zu Kosten geführt.
b. Ein Betrieb erhält unentgeltlich Anlagen. Der Verbrauch in Form von Abschreibungen führt zu Kosten, aber Ausgaben wurden nicht benötigt.
c. Anlagegüter werden bei zu knapp geschätzter Nutzungsdauer über den Anschaffungswert hinaus abgeschrieben
d. Kalkulatorischer Unternehmerlohn = Zusatzkosten
a. Der Kauf eines Grundstückes. Der Grundstückswert darf nicht durch die regelmäßigen Abschreibungen in die Kostenrechnung mit eingehen
b. Alle Ausgaben für neutralen Aufwand, den wir in der Kostenklasse 6 und 7 erfassen und die im Rechnungskreis II in der Abgrenzungsrechnung zu erfassen sind.
c. Alle Geldleistungen, die lediglich einen „Aktivtausch“ (z.B. Bareinkauf von Rohstoffen) oder eine „Bilanzverkürzung“ (Barzahlung von Verbindlichkeiten) darstellen.
a. Kosten entstehen vor den Ausgaben (z.B. Gehälter, Mieten und Rohstoffe werden nachträglich bezahlt, alle antizipativen Passivkosten gehören in diese Gruppe)
b. Kosten folgen den Ausgaben ( Rohstoffe werden bezahlt bevor sie benötigt werden, alle transitorischen Aktivposten gehören zu dieser Gruppe)
Die Ausgaben unterscheiden sich von den Kosten in der Bewertung bei Ausgaben gelten Zwangsläufig Tagespreise und bei Kosten werden sehr häufig Verrechnungspreise angesetzt (z.B. Rohstoffe), damit man bessere Möglichkeiten zum Vergleichen hat und auch bessere Kontrollen durchführen kann.
Aufwendungen -
Auch Kosten hängen eng zusammen mit Aufwendungen: der größte Teil der für die Leistungserstellung und Leistungsverwertung verbrauchten Sachen und bei Arbeitsleistungen stellt Aufwendungen für ein Unternehmen dar. Aufwendungen betreffen hauptsächlich das Gewinn und Verlustkonto. Aufwendungen sind jeder Verbrauch von Gütern und Leistungen. Der Begriff Aufwendungen ist weiter gefasst als der der Ausgaben. Unter Aufwendungen versteht man in der Betriebswirtschaft jeden tatsächlichen Wertverzehr von Gütern oder Dienstleistungen. Es werden dabei bei den Aufwendungen Vorgänge erfasst, die weder Kosten im oben genannten Sinne noch Ausgaben sind. Umgekehrt stellen bestimmte Positionen, die als Kosten gelten und möglicherweise auch zu Ausgaben führen, dennoch keinen Aufwand dar.
a. Kosten stellen keine Aufwendungen dar: die Zusatzkosten Unternehmerlohn und Eigenkapitalzinsen. Zusatzkosten als der Teil der kalkulatorischen Abschreibungen, der über die bilanziellen Abschreibungen hinausgeht.
b. Aufwendungen stellen keine Kosten dar: das betrifft alle neutralen Aufwendungen, die wir in den Kontenklassen 6 und 7 erfassen (z.B. Spenden)
c. Aufwendungen die Kosten sind (z.B. Löhne, Rohstoffe, Betriebsstoffe)
Genauso wie die Ausgaben und Kosten unterscheiden sich auch die Aufwendungen und die Kosten in der Bewertung. Bei Aufwendungen knüpfen wir in der Regel an die Ausgaben an, Kosten werden öfters losgelöst von den tatsächlich gezahlten Preisen – zu Verrechnungspreisen, Normalwerte oder Planwerten angesetzt z.B. Zinsen, Löhne und Abschreibungen.